Finanzcrash und Weltwirtschaftskrise
Prognose für die Neumondphase vom 14.5.-12.6.2010 und Ausblick auf die weitere Entwicklung
Worum es für Sie persönlich geht
Vereint ist auch der Schwache mächtig.
Friedrich Schiller in "Wilhelm Tell"
Im vergangenen Neumondmonat wurde unübersehbar, dass die Finanzkrise im Kern eine Schuldenkrise ist und noch lange nicht ausgestanden. Sie wird sich nicht wegdenken oder weghoffen lassen und wir können auch nicht darauf erwarten, dass sie wie durch ein Wunder doch noch verschwindet. Die Weltkrise ist ein Tor, durch das wir gehen müssen, um auf die andere Seite zu kommen. Dort ist ein Neubeginn möglich. Auf dem Weg dorthin brauchen wir in unserem persönlichen und gesellschaftlichen Leben den festen Entschluss, alte Fehler nicht zu wiederholen. Das alte Weisheitsbuch I Ging in der Übertragung von R. L. Wing beschreibt diese Situation in Hexagramm 18 "GU - die Wiederherstellung" so: "Obwohl Ihre Probleme überwältigend sind und die Dinge außer Ihrer Kontrolle zu sein scheinen, ist das Hexagramm Wiederherstellung von außergewöhnlich günstiger Vorbedeutung. Durch Ihre Arbeit können Sie nun die Gleichgültigkeit der Vergangenheit überwinden, die Sie erst in die gegenwärtige, unangenehme Lage gebracht hat. Die Zeit ist außerordentlich günstig für eine Wende zum Besseren". Und weiter unten heißt es: "Ihre eigene Haltung in der Vergangenheit hat zugelassen, dass dieser Schaden eingetreten ist, daher sind Sie besonders zu seiner Wiederherstellung befähigt". Überdenken Sie, welchen Einfluss Sie selbst auf die Entwicklungen in Ihrem Leben hatten und übernehmen Sie die Verantwortung dafür. Das Gleiche gilt für die Beziehung zur Gesellschaft. Obwohl wir als Bürger nicht alles wußten und wissen konnten, war es doch so, dass viele von uns einfach hofften, die Politiker und Wirtschaftsbosse würden es schon Recht machen. Und wenn nicht, was konnten wir schon tun...? Mit weniger Passivität und Hinnehmen wäre vielleicht auch etwas anderes möglich gewesen. Wir alle tragen bewusst oder unbewusst viel mehr dazu bei, wie unser Leben verläuft, als uns klar ist.
Worum es auf der globalen Ebene geht
"So lange die Dollarschwäche keine Inflation hervor ruft, was für jeden rund um den Globus, der die
Wechselkursraten verfolgt eine Hauptsorge ist, denke ich, ist sie lediglich ein Marktphänomen, das außer für die, die weltweit
reisen, keine fundamentalen wirtschaftlichen Konsequenzen hat."
Alan Greenspan, Vorsitzender der FED von 1987-2006, am 18. November 2007
Der 750-Milliarden-Euro-Rettungschirm und die neue Stärke des Euro
Nach zwölfstündigen Krisengesprächen haben die Finanzminister der 27 EU-Länder in der Nacht vom 9. auf den 10. Mai einen gigantischen Rettungsschirm aufgespannt. Insgesamt 750 Milliarden Euro-Kredite sollen zur Verfügung stehen, um Mitgliedstaaten vor dem Staatsbankrott zu retten. Bedingung soll eine strenge Haushaltssanierung sein. Ein Drittel wird der Internationale Währungsfonds (IWF) beisteuern. Zusätzlich wird die Europäische Zentralbank (EZB) ein Tabu brechen: Nach dem Vorbild der USA und Großbritanniens wird sie Staatsanleihen von Krisenmitgliedern aufkaufen und weitere Geldmarktoperationen tätigen, um eine Zahlungsunfähigkeit weiterer verschuldeter Euro-Staaten - darunter des Schwergewichts Spanien - zu stoppen. Diese Nachricht schlug wie eine Bombe ein. Sie wirkt einerseits stabilisierend auf den Euro, zeigt aber auch das unfassliche Ausmaß der Schuldensituation und die heikle Kondition der Europäischen Union.
Wenn Sie etwas mehr zur weltweiten Verschuldungsorgie wissen möchten lesen Sie Michael Grandts Buch "Der Staatsbankrott kommt" "Der Staatsbankrott kommt" Auch die Internetseite von "Trends der Zukunft" ist informativ. Staatsverschuldung der USA - Wer sind die Gläubiger?
Kurz vor dem aktuellen Neumond ist nun ein Ereignis eingetreten, dass, wie in meinem letzten Neumondartikel prognostiziert, nach dem Euro-Crash zu einer Euro-Erholung und damit zu einem Sinken des Dollarkurses führt. Der Euro wird sich weiter erholen, nicht weil er so gut ist, sondern weil die Weltöffentlichkeit und die Investoren sich wieder auch anderen Themen zuwenden werden. Die exorbitante Verschuldung Englands, der USA und die Immobilienblase in China werden in den Vordergrund rücken. Die amerikanische Schuldenuhr können Sie hier begutachten: Wann Staatsschulden den Wirtschaftsmotor abwürgen Kanadas Staatsverschuldung hat inzwischen übrigens die Rekordhöhe von 42000 Dollar pro Person erreicht.
In der EU wird nun ein beispielloser Bailout laufen. Noch dementierten der IWF und Ministerpräsident Zapatero Gerüchte, dass sich Spanien um einen Nothilfekredit bemühe. Spanien verunsichert Märkte
Der neue Schutzschirm wird nun schnell Verbreitung finden und Spanien wird sich kräftig bedienen. Mehr als prekär ist auch die Lage in Italien und Portugal. Griechenland wird noch mehr Geld brauchen als bisher angenommen. Da der Weg nun frei für Rettungsaktionen ist und das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe den Eilantrag gegen die deutschen Finanzhilfen abgelehnt hat, Karlsruhe lässt Euro-Skeptiker abblitzen wird Europa neue Stärke zeigen - ungeachtet der Tatsache, dass solche Rettungsaktionen im Vertrag von Maastricht explizit ausgeschlossen sind. Die Kapitalflucht aus dem Euro ist zunächst gestoppt. Sind wir also "aus dem Schneider"?
Alle sind pleite, das berichten seit geraumer Zeit auch die Massenmedien. Wie also wird das Geld für die Rettungsaktionen (Bailout) mobilisiert?
Bereits am 21. Dezember 2007 hatte Wallstreet Online die Frage zur Diskussion gestellt: "EZB verdoppelt kurzfristig Geldmenge - Geld bald wertlos?"
Was ist inzwischen geschehen, das die sich ausdehnende Supernova der weltweiten Geldmenge, die irgendwann implodieren muss, zu stoppen?
In diesem Zusammenhang ist ausgesprochen interessant, dass die US-Notenbank FED ein während der Krise aufgelegtes Programm wieder starten wird. Wie die EZB am 9. Mai am späten Abend ankündigte soll dieses Programme sicherstellen, dass die ausländischen Banken genügend Dollar zur Verfügung haben, um "liquide" zu sein. Gemeinsam wollen die EZB und die Zentralbanken der Schweiz, Großbritanniens und Kanadas mit diesen Dollars am Geldmarkt intervenieren. Auch Japan will sich an der Aktion zur Liquiditätssicherung beteiligen. Internationale Notenbank-Aktion für Europa
Im Klartext heißt dies, dass die FED eine neue Kreditlinie für Europa eröffnet. Sind das nicht überraschende Erkenntnisse? Die Welt braucht also mehr Dollar, um den Euro zu verteidigen? Vielleicht braucht ja eher der Dollar Kreditnehmer, um seine innere Erosion aufzuhalten?
Neben diesem Geldzufluss wächst die Geldmenge im Euroraum durch den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB ("Druckerpresse"), und durch alle weiteren Bailout-Aktionen. Geld wird hier allerdings nicht gedruckt, sondern einfach virtuell, als Buchgeld, geschaffen. Es rollt eine Geldblase an, deren Auswirkungen uns noch baff machen werden - vielleicht sogar mit umgekehrten Vorzeichen (siehe weiter unten).
Dass die Europäische Zentralbank nun auch Staatsanleihen notleidender Staaten aufkaufen will ist eine Ultima Ratio, ein äußerstes Mittel. Banker nennen diese Aktion oft die "nuclear option" - die allerletzte Möglichkeit zu intervenieren, wie sie in den USA und Großbritannien seit geraumer Zeit zu beobachten ist. Damit steht die Inflation im Raum.
Inflation oder Deflation?
Allerdings wiederholt sich die Geschichte nicht einfach in der exakt gleichen Weise. Schon Heraklit sagte: "Man steigt nie zweimal in den gleichen Fluss." Trotz der wachsenden Liquidität kann der paradoxe Fall einer Deflation eintreten. Wenn Staaten, Unternehmer und Bürger immer stärker in die Verschuldung sinken, kann niemand mehr Kredite aufnehmen. Banken können zwar Wertpapiere, aber keine Konsumgüter kaufen. Was bereits in den vergangenen zwei Jahren zu beobachten war könnte ein sich auswachsendes Phänomen sein: Das Geld, das den Banken zur Verfügung steht, gelangt nicht in den Markt. Bisher war die - heftig kritisierte - strenge Kreditvergabe der Banken die wesentliche Ursache. Allerdings bleibt hier zu bedenken, dass man die Banken zuvor für ihre lockere Geldpolitik kritisiert hatte. Jetzt, wo es offentsichtlich riskant ist, potentiellen Kreditnehmern Kredita tatsächlich zu gewähren, soll das Geld plötzlich fließen.
Nun könnte es eher so sein, dass die Banken wieder willig sind, Kredite zu vergeben, die Zahl derer, die in der Lage und willens sind, Kredite aufzunehmen, jedoch rapide sinkt. Die vorhandene Geldmenge kann die Wirtschaft nicht mehr ankurbeln - aber auch keine Inflation erzeugen.
Ein wichtiger Grund dafür, dass Unternehmen und Privatleute weniger Kredite nehmen (können), wird sein, dass die verschuldeten Staaten die Last so weit wie möglich auf den Steuerzahler abwälzen, um noch über die Runden zu kommen. So können immer weniger Menschen investieren, weder für privaten Konsum, für Anschaffungen oder Unternehmensexpansion. Gefallenes Tabu - EZB feuert letzten Schuss zur Eurorettung ab
Die sich verschärfende Krise zeigt, dass die Drahtzieher, die das Weltfinanzsystem in seiner jetzigen Form in Gang gesetzt haben, wie Goethes Zauberlehrling von dem überrollt werden, was sie angezettelt haben. Wussten Sie übrigens, dass die Gründer der FED, die illustre Bankenclique privater Bankiers, schon bei der Gründung verfügten, dass der amerikanische Staat mit seinem gesamten Land für die bei der FED aufgenommenen Schulden bürgt?
Staatsanleihen und die Zukunft der Weltwirtschaft
Es wird zunehmend schwieriger, Kredite zur exponentiell wachsenden Finanzierung der Schuldenberge der westlichen Staaten zu finden. Dies gilt besonders für die USA und Großbritannien. Dass Deutschland bei weitem nicht so gut dasteht, wie wir gerne glauben möchten, berichtete das Handelsblatt z. B. schon am 3. Juli 2008: " Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat Sorgen: Seine Anleihen kommen bei Investoren derzeit schlecht an. Bereits zum sechsten Mal in diesem Jahr konnte die Finanzagentur das geplante Volumen von Anleihen am Markt nicht komplett platzieren". Auktion von Bundesanleihen floppt
Auch im April 2010 war die Nachfrage gering - Sorgen um die Auswirkungen einer Beteiligung Deutschlands an einem Rettungspaket für Griechenland. sollen die Ursache sein. http://www.dowjones.de/site/2010/04/nachfrage-bei-30j%C3%A4hriger-bundesanleihe-%C3%BCberraschend-schwach.html Peter Ehrlich von Financial Times Deutschland meint dazu: "Die Kanzlerin muss den Deutschen noch die Augen öffnen in Sachen Finanzkrise". Europa: Die Krise des Euro - Merkels schwerste Stunden
Der Euro
Der Euro wird nicht verschwinden, trotz der Rufe nach der guten alten D-Mark. Die eigentliche schwache Währung ist der Dollar. Seine Stellung als Weltleitwährung wird von vielen Seiten mehr oder weniger offensichtlich angegriffen und untergraben. In diesem Neumondmonat werden auch die exorbitanten Schulden Japans das Weltgeschehen und die Börsen beeinflussen.
Der Krieg gegen den Euro, der mit den Bonitäts-Abwertungen durch die Rating-Agenturen, durch Spekulationsströme und weitere Tricks geführt wurde, ist gestoppt. Dramatisches Wochenende in Brüssel. Neuer Notfonds für Pleitestaaten
Fest steht jedoch, dass neue Eurogeldnoten im Druck sind - weshalb, wofür, darüber dürfen wir rätseln.
Die Euronoten in meinem Geldbeutel sind jedenfalls noch nicht besonders abgegriffen, falls das der Grund sein sollte.
"Die Bundesbank hat unsere Angaben zur Vorbereitung der Einführung neuer Geldnoten jetzt offiziell bestätigt und teilt nun mit:
'Papierfabriken und Druckereien im gesamten Euroraum werden koordiniert in den Entwicklungsprozess mit einbezogen, sodass die
Produktion der neuen Banknoten gemäß den streng festgelegten technischen Spezifikationen gewährleistet werden kann'
schreibt Udo Ulfkotte in seinem Artikel
KOPP Exklusiv - Europäische Zentralbank bereitet Druck neuer Geldnoten vor
Im Jahresbericht der Europäischen Zentralbank heißt es: "Das Eurosystem wird die Öffentlichkeit rechtzeitig über die
Modalitäten der Einführung der neuen Banknoten informieren".
Jahresberichte 2009
China
Während alle Welt auf Griechenland und die EU sah informierte Peking die Öffentlichkeit nahezu unbemerkt über eine Verlangsamung der Wirtschaftsproduktion. Sie ist die Folge einer Reihe von Maßnahmen, die die Regierung ergriff, um den davon galoppierenden Immobilienmarkt und die Inflationsgefahr zu bannen. Die Volksrepublik gilt in aller Welt als Hoffnungsträger und Wachstumsmotor. Ein Crash würde weltweit enorme Konsequenzen nach sich ziehen. Der Drache ist angeschlagen, mehr als viele wissen. Auch das demographische Problem überrollt das Land - der Geburtenrückgang steigt ständig. Die Häuserpreise in Peking sind inzwischen um 31,4 Prozent gefallen.
Ist Gold die neue Weltreservewährung?
Überall in der Welt wollen die Länder aus dem Dollar aussteigen. Die USA haben den größten Schuldenberg aufgehäuft, den die Weltgeschichte je gesehen hat. Die US-Staatsfinanzen und die Wirtschaft schlingern vor sich hin wie ein Gefährt, dessen Lenker die Zügel aus den Händen verloren hat. Der Dollar ist so sicher wie Pearl Harbour am 7. Dezember 1941.
Eine Etappe im Crash des Dollars wird sein, dass die Investoren verlangen, physisches Gold statt Zertifikate zu bekommen. Je desolater die Situation der Papiergeldwährungen rund um den Globus wird, desto höher werden Edelmetalle und konkrete Wertanlagen im Kurs steigen. Tatsächlich war Gold schon immer eine Art Reservewährung, denn auch die Geschichte des Fiatgeldes hat eine lange Tradition, allerdings ohne das derart weltumspannende Ausmaß, das heute erreicht ist. Gold ist seit Tausenden von Jahren eine Reservewährung - aus diesem Grund hat es von Seiten der Papiergeldmachtinhaber auch immer einen Krieg gegen Gold und den Goldpreis gegeben.

Die wahren Hintergründe der Finanzkrise -
Die wahren Hintergründe der Finanzkrise -
Ein Buch über die Geld-
Zwei Zitate zum Buch: »Gebt mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, dann ist es für mich gleichgültig
wer die Gesetze macht.« Meyer Amschel Rothschild.