Prognose zur totalen Sonnenfinsternis am 1.8.2008:
ihre Auswirkungen in der Weltpolitik und Weltwirtschaft

erstellt im Juli 2008 von Brigitte Hamann

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3. Teil: Die Auswirkungen der totalen Sonnenfinsternis auf der weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Bühne

USA

Für die Sonnenfinsternisperiode steht den USA eine harte Zeit bevor. Im Juli hat die US-Immobilienkrise mit dem Zusammenbruch des US-Hypothekenfinanzierers IndyMac einen neuen Tiefpunkt erreicht. Es war eine der größten Bankenpleiten in der US-Geschichte überhaupt und der fünfte Zusammenbruch in diesem Jahr. Die Situation in den Staaten ist noch im Anfangsstadium. Weitere Konkurse werden folgen, nicht nur im Bankensektor, sondern z. B. auch in der Luftfahrtbranche, die sich durch den steilen Anstieg des Ölpreises ebenfalls in einer schweren Krise befindet und in der Automobilbranche. Die finanzielle Lage an den weltweiten Märkten ist extrem angespannt - eine Atmosphäre wie in dem Theaterstück "Warten auf Godot". Die Hoffnung, dass Godot kommt und sich alles wie durch ein Wunder löst, wird nicht erfüllt. Zwischenerholungen an den Aktienmärkten entsprechen kurzfristigen Reaktionen auf als positiv gewertete Ereignisse und staatliche Interventionen, täuschen aber über das Ausmaß der Krise.

Deutschland und Europa

Die Auswirkungen auf Deutschland werden auf verschiedene Weise zu spüren sein. Da der amerikanische und der deutsche Markt sehr eng miteinander verbunden sind, wird die finanzielle Unsicherheit auch nach Deutschland übergreifen. Die Bundesrepublik und andere europäische Länder haben viele Investitionen in den USA, insbesondere im Immobilienbereich, was entsprechend schwere Konsequenzen haben wird. Einige Banken in der BRD sind schon heute betroffen und ihre Zahl wird zunehmen.

Auf der anderen Seite fällt der Dollar immer weiter, wobei der Abwärtstrend stärker gegenüber den asiatischen Währungen ausfällt als gegen den Euro, sodass wir davon ausgehen können, dass asiatische Länder auch stärker betroffen sein werden. Die Gesamtsituation führt jedoch dazu, dass Deutschland und Europa immer weniger exportieren können. Die Auswirkungen in den USA wird man in der ganzen Welt spüren. Wir stehen nicht nur vor einer massiven Krise sondern auch vor einer gravierenden Veränderung des Wirtschaftssystems.

Die Bundesrepublik wird an ihrer Vorreiterrolle beim Ausstieg aus der Atomenergie festhalten und auch ansonsten über eine wichtige Stimme in der weltweiten Politik verfügen. Rückblickend wird unser Motto wohl sein: »Wir sind noch einmal (ganz gut) davon gekommen«.

EU

Die EU steht vor definitiven Veränderungen des Vertrages von Lissabon. Die Europäische Union wird so, wie sie aktuell ist, und auch so, wie sie für die Zukunft angedacht ist, nicht bestehen können. Das amerikanische Desaster macht Europa allerdings für Investoren wieder interessanter. Paris, das mit der Gründung der Mittelmeerunion einen Höhepunkt der französischen EU-Ratspräsidentschaft setzen will, wird an seiner neuen Idee längerfristig wenig Freude haben. Mit Glanz und Gloria angetreten, mit jovialen, brüderlichen Gesten, werden sich die ungeklärten Differenzen spätestens 2010 zeigen. Gleich ob es sich um Mittelmeeranrainer oder die Staaten der EU handelt, diese unterschiedlichen Nationen einen zu wollen ist schwieriger als einen Sack hüpfender Flöhe zu hüten.

Iran

Die Drohgebärden der USA und Israels gegen den Iran könnten überraschende Konsequenzen nach sich ziehen. Der Iran wird sich nicht einschüchtern lassen, sondern einerseits seine Politik der wirtschaftlichen Öffnung - erfolgreich - fortsetzen, weiterhin Bereitschaft für direkte Gespräche über das iranische Atomprogramm bekunden, und andererseits, wie schon im Juli von Staatspräsident Ahmadinedschad angekündigt, harsche Gegenmaßnahmen androhen und dafür mobilisieren.

Israel

Israel steht innenpolitisch vor einer großen Herausforderung. Die bisher gültige Allianz aller Juden, seien sie weltlich oder orthodox, der politischen Linken oder Rechten zugehörig, bei der es in erster Linie darum ging, gemeinsam für den Staat Israel zu kämpfen und keine Staatsgeheimnisse zu verraten, ist durchbrochen. Im Juli wurden auf der israelischen Internet-Seite Armageddon viele Details über das geheime israelische Nuklearwaffenprogramm preisgegeben. Diese innere Spaltung wird sich im Finsternisjahr massiv fortsetzen auch wenn der israelische Staat besonders im August zu Gegenmaßnahmen und Dementis greifen wird.

China

Ins Auge springt auch das Finsternishoroskop für China, das zwar durch die olympischen Spiele und durch die sinkende Attraktivität der USA als Weltmacht selbst an Attraktivität gewinnt, dessen Glanz jedoch durch unbequeme, geheim gehaltene Nachrichten, die an die Öffentlichkeit dringen werden, getrübt wird. Tibet könnte uns im August und in den kommenden elf Monaten wieder beschäftigen und auch die durch das schnelle Wachstum instabil gewordene wirtschaftliche Situation. Wahrscheinlich sind auch weitere Devisenverluste durch die Dollarschwäche.

Die Welt ist in Aufruhr, doch diese Unruhe ist ein Gesundungsprozess, in dem Giftstoffe ausgeschieden werden, um einen soliden Gesundungsprozess zu ermöglichen. Ungeachtet dessen, was vor sich geht, gilt es für den Einzelnen, Vertrauen zu bewahren.

Brigitte Hamann
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